19. Dezember 2008

Ludwigshafen: Demo gegen Nazi-Shops am 17.1.09

Demonstration gegen Nazis und ihre Läden am 17. Januar 2009, 13 Uhr, Ludwigshafen, Rathauscenter (Lichttor) [Info].
Ob Aufmärsche, rechte Kundgebungen oder Übergriffe gegen MigrantInnen. Die Liste von Naziaktivitäten in Ludwigshafen und Umgebung in den vergangenen Jahren ist lang und sie spiegelt wider, wie sich die rechte Szene in der Stadt etabliert hat. Es gibt rechte Treffpunkte wie Kneipen oder Parties und inzwischen wohnen auch einige bundesweit aktive Nazigrössen in der Stadt. Seit kurzem kommen zwei weitere Punkte in diese Auflistung hinzu. Im Sommer 2008 wurden zwei Geschäfte gegründet, in denen Neonazis Kleidung, Musik und andere Gegenstände für ihre Szene verkaufen.

Einer der beiden Läden “Streetwear company” befindet sich im Stadtteil Süd in der Halbergstr. 56, im Hinterhof. Die Angebotspalette reicht hier von Szenekleidung (z.B. der Marken Thor Steinar und MaxH8), über CDs mit rechtsextremer Musik bis hin zum Pfefferspray. Der Betreiber des Geschäfts, Malte Redeker, ist in der Naziszene kein unbeschriebenes Blatt. Er wohnt in LU-Süd und ist eine zentrale Figur in regionalen und bundesweiten Nazi-Netzwerken. Organisiert ist er im Aktionsbüro Rhein-Neckar und bei den Hammerskins. Da der Betreiber das Licht der Öffentlichkeit meidet, hat er bisher kein Schild am Gebäude angebracht und nur innerhalb der rechten Szene Werbung gemacht (mit dem Slogan „Von der Bewegung – Für die Bewegung“). Der Laden hat an drei Tagen in der Woche mittags, bzw. nachmittags geöffnet.

Das zweite Geschäft trägt den Namen “Thugs” und befindet sich in Friesenheim in der Ernst-Lehmann-Straße. „Thugs“ heißt übersetzt aus dem Englischen „Schläger, Gewalttäter“. Hier ist der Name Programm. Die Kundschaft besteht zu einem großen Teil aus rechten Hooligans des SV Waldhof Mannheim, die sich hier mit Kleidung der Nazi-Marke Thor Steinar versorgen können. Inzwischen dient der Laden der Hooliganszene auch als Treffpunkt, wo man sich am Wochenende zum Biertrinken trifft.

Es stellt sich unwillkürlich die Frage, warum die Nazis Ladengeschäfte anmieten, wo doch der Vertrieb der braunen Ware übers Internet deutlich weniger Kosten und Risiken bedeuten würde. Ihnen geht es dabei jedoch nicht nur um den Verkauf. Ihre Läden sind für sie von strategischer Bedeutung, da sie hier in direkten persönlichen Kontakt mit ihrer Zielgruppe treten können. Unpolitische oder unentschlossene junge Menschen sollen zunächst über Musik und Kleidung an den rechten Lifestyle und die rechte Subkultur herangeführt und später in die Szene eingebunden werden. Ein Ladengeschäft dient jedoch nicht nur als Rekrutierungsfeld und Geldquelle, sondern stärkt auch die vorhandenen Strukturen der Rechtsextremen. Es kann als Treffpunkt, als Kommunikationsort an dem Informationen ausgetauscht werden können, sowie als legaler Logistikstützpunkt genutzt werden.
Wenn sich ein solcher Laden etabliert, erhöht dies die Attraktivität des Stadtteils für Mitglieder der rechtsextremen Szene und führt automatisch zu erhöhter Präsenz und einem Zuzug von weiteren Personen aus diesem Spektrum. Was dies für einen Stadtteil und insbesondere für die BewohnerInnen, die nicht in das beschränkte Menschenbild der Nazis passen, bedeutet, kann sich jedeR vorstellen.

Rückenwind erhalten die Nazis durch ein gesellschaftliches Klima von Sozialabbau, Krieg und Ausgrenzung, wodurch sich der politische Mainstream in den vergangenen Jahren immer weiter nach rechts verschoben hat. Schon seit Jahren gehen verschiedene Parteien mit rechten Parolen auf Stimmenfang und machen so rechtes Gedankengut salonfähig. Gleichzeitig versuchen Politiker und Teile der Medien die Rolle Deutschlands in der Zeit des zweiten Weltkriegs umzudeuten – aus Tätern sollen Opfer werden. Rechtes Gedankengut ist verstärkt in der Mitte der Gesellschaft anzutreffen. Auch diese Entwicklungen bieten den Nazis einen fruchtbaren Nährboden, auf dem sie ihr Gedankengut weiter verbreiten können. Dem muss entschlossenes antifaschistisches Handeln entgegengesetzt werden.

Gemeinsam und konsequent wollen wir gegen die Nazi-Läden und gegen Nazi-Strukturen vorgehen. Es ist nicht das erste Mal, dass die Neonazis versuchen, in Ludwigshafen ein Geschäft zu etablieren. 1997 eröffnete der Nazi-Multifunktionär und Waldhof-Hooligan Christian Hehl in LU-Süd seinen Laden “Hehl´s World”. Die Zielsetzung der Nazis war vor elf Jahren die gleiche wie heute. Damals gelang es, durch massiven und breiten antifaschistischen Widerstand, eine Schließung des Ladens zu erreichen. Das ist auch jetzt unser Bestreben, denn es gilt für uns heute noch der Schwur der Überlebenden des Konzentrationslagers Buchenwald: “Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.”

Deshalb:

Nazi-Läden dichtmachen, Nazi-Strukturen zerschlagen!

Für die Freiheit, für das Leben!

Gehen wir zusammen auf die Straße gegen die Nazis, ihre Läden und ihre Strukturen am 17. Januar 2009, 13Uhr, Ludwigshafen, Rathauscenter (Lichttor)

Antiberliner

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www.antifa-versand.de
www.dresden-nazifrei.com

www.sachsendrehtfreistaat.blogsport.de
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    Im Ok­to­ber 2011 er­schien in Rah­men der Mo­bi­li­sie­rung zur über­re­gio­na­len an­ti­ka­pi­ta­lis­ti­schen De­mons­tra­ti­on am 5.​11.2011 in Frei­burg eine Bro­schü­re zur The­ma­tik. Auf 16 Sei­ten wird die Rolle der G20 be­leuch­tet, die Aus­wir­kun­gen die­ser Po­li­tik und die Ge­gen­be­we­gung…


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