16. Juni 2008
BONN Am Samstag, den 12. Juli 2008 wollen Neonazis durch Bonn marschieren. Mittlerweile hat sich in Bonn ein Bündnis aus Gewerkschaften, Parteien und linksradikalen Gruppen unter dem Motto "Kein Fußbreit den Faschisten" formiert.
Das Bündnis und die Antifa Bonn/Rhein-Sieg will den Nazis entschlossen und mit allen Mitteln entgegen treten. Es soll eine große Blockade des Bündnisses geben, indem es viel Platz für die unterschiedlichsten Protestformen geben wird.
Demo: 12. Juli 2008 in Bonn | 9 Uhr | DGB-Haus | Endenicher Str. 12
Nazifreie Zone Bonn Innenstadt...
In den 90er Jahren wurden Auseinandersetzungen mit Nazis konsequent für die Antifa entschieden. Das Bonner Stadtbild blieb seitdem weitestgehend frei von offen extrem rechts positionierten Personen und Gruppen. Migrant_innen und Linke können sich hier weitgehend frei bewegen und mussten lange weder mit rechten Pöbeleien noch mit Übergriffen rechnen.
Führende Neonazikader, wie der Bonner Norbert Weidner von der mittlerweile verbotenen FAP, haben sich in intellektuell anmutende Burschenschaften zurückgezogen. Anstatt in gefährlicher Körperverletzung zu enden, wird ihre Gewaltbereitschaft heute in den Schmiss für den Kommilitonen kanalisiert.
Naziaktivitäten in Bonn
Im Herbst 1998 wurde vor dem Hintergrund der Ausstellung „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941-1944“ letztmals in Bonn eine Demonstration von Rechtsextremen angemeldet. Ein breites Bündnis konnte damals die Nazis stoppen kurz bevor sie den alten jüdischen Friedhof erreichten und wurde dann von der Polizei brutal angegriffen und eingekesselt.
Seitdem ist es ruhig geworden im Bonner Stadtbild. Irgendwann gab es die vom Neonazi Trimborn geführte und von seinesgleichen besuchte Kneipe „Formel 1“ am Berta-von-Suttner-Platz. Doch durch konsequenten Steinschlag stiegen die Versicherungskosten so enorm an, dass das wenig frequentierte Lokal schließen musste. Heute befindet sich dort ein florierender Dönerladen. Eins zu Null für uns.
Der geplante Aufmarsch...versuch
Nun ist nach 10 Jahren erstmals wieder eine Nazidemonstration angemeldet worden. Das „Aktionsbüro Mittelrhein“, ein Zusammenschluss extrem rechter, militanter Kleingruppierungen, ruft für den 12. Juli 2008 unter dem Motto „Für Meinungsfreiheit – gegen staatliche Zensur! Zensurbehörden abschalten!“ zur Demo gegen die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien in Bonn-Duisdorf auf. Mittlerweile mobilisieren auch die NPD NRW, die selbst ernannten „Freien Nationalisten Euskirchen“, diverse Nazi-Internetforen und das „Nationale Infotelefon Rheinland“ (N.I.T.) um die bundesweit bekannten Nazikader Sven Skoda und Christian Malcoci.
Organisator des Aufmarsches ist kein Unbekannter. Der aus Bonn-Duisdorf stammende Hans Robert Klug meldete schon die bereits erwähnte Demo gegen die so genannte Wehrmachtsausstellung im Jahr 1998 an. Unseren Einschätzungen zufolge ist am 12. Juli mit einer Teilnehmerzahl bis zu 500 Nazis aus Freien Kameradschaften, Autonomen Nationalisten und Parteigebundenen zu rechnen.
Worum gehts?
Für die Nazis ist Musik ein effektives Instrument, um rechtsoffene Jugendliche an die organisierte Naziszene zu binden. Ein viel zitiertes Beispiel hierfür ist die „Schulhof CD“ der NPD. Außerdem liefern geheim organisierte Konzerte den allwochenendlichen Thrill, das Katz und Maus-Spiel mit der Polizei für sich zu entscheiden. Es gelingt nur gelegentlich, gegen Neonazi-Konzerte erfolgreich vorzugehen. Eigene CD-Label, Internetversände und nicht zuletzt der finanzielle Gewinn von Rechtsrockkonzerten fließen zu fast 100% wieder zurück in die eigene Szene. Damit hängt die finanzielle Unabhängigkeit einer großen Zahl von Nazifunktionären entscheidend vom Geschäft mit der Musik ab. Durch Indizierungen bleibt der Szene der wirtschaftliche Nutzen vorenthalten. So ist das Vorgehen gegen die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien ganz pragmatisch mit finanziellen Interessen zu erklären.
Fight back – stand up!
In Bonn hat sich ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, Parteien, Institutionen und linksradikalen Gruppen unter dem Motto „Kein Fußbreit den Faschisten“ gegen den geplanten Aufmarsch...versuch formiert. Wir sagen ganz klar: den Nazis entschlossen und mit allen Mitteln entgegen treten. Daher unterstützen wir die geplante Blockade des Bündnisses, indem es viel Platz für die unterschiedlichsten Protestformen geben wird. Die Demonstration der Nazis soll von Anfang an Scheitern. Wenn ihr auch eine_n abbekommen wollt: Kommt nach Bonn! Wir haben gelernt zu teilen...
Nazidemo in Bonn blockieren

Das Bündnis und die Antifa Bonn/Rhein-Sieg will den Nazis entschlossen und mit allen Mitteln entgegen treten. Es soll eine große Blockade des Bündnisses geben, indem es viel Platz für die unterschiedlichsten Protestformen geben wird.
Demo: 12. Juli 2008 in Bonn | 9 Uhr | DGB-Haus | Endenicher Str. 12
Aufruf der Antifa Bonn/Rhein-Sieg:
Nazifreie Zone Bonn Innenstadt...
In den 90er Jahren wurden Auseinandersetzungen mit Nazis konsequent für die Antifa entschieden. Das Bonner Stadtbild blieb seitdem weitestgehend frei von offen extrem rechts positionierten Personen und Gruppen. Migrant_innen und Linke können sich hier weitgehend frei bewegen und mussten lange weder mit rechten Pöbeleien noch mit Übergriffen rechnen.
Führende Neonazikader, wie der Bonner Norbert Weidner von der mittlerweile verbotenen FAP, haben sich in intellektuell anmutende Burschenschaften zurückgezogen. Anstatt in gefährlicher Körperverletzung zu enden, wird ihre Gewaltbereitschaft heute in den Schmiss für den Kommilitonen kanalisiert.
Naziaktivitäten in Bonn
Im Herbst 1998 wurde vor dem Hintergrund der Ausstellung „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941-1944“ letztmals in Bonn eine Demonstration von Rechtsextremen angemeldet. Ein breites Bündnis konnte damals die Nazis stoppen kurz bevor sie den alten jüdischen Friedhof erreichten und wurde dann von der Polizei brutal angegriffen und eingekesselt.
Seitdem ist es ruhig geworden im Bonner Stadtbild. Irgendwann gab es die vom Neonazi Trimborn geführte und von seinesgleichen besuchte Kneipe „Formel 1“ am Berta-von-Suttner-Platz. Doch durch konsequenten Steinschlag stiegen die Versicherungskosten so enorm an, dass das wenig frequentierte Lokal schließen musste. Heute befindet sich dort ein florierender Dönerladen. Eins zu Null für uns.
Der geplante Aufmarsch...versuch
Nun ist nach 10 Jahren erstmals wieder eine Nazidemonstration angemeldet worden. Das „Aktionsbüro Mittelrhein“, ein Zusammenschluss extrem rechter, militanter Kleingruppierungen, ruft für den 12. Juli 2008 unter dem Motto „Für Meinungsfreiheit – gegen staatliche Zensur! Zensurbehörden abschalten!“ zur Demo gegen die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien in Bonn-Duisdorf auf. Mittlerweile mobilisieren auch die NPD NRW, die selbst ernannten „Freien Nationalisten Euskirchen“, diverse Nazi-Internetforen und das „Nationale Infotelefon Rheinland“ (N.I.T.) um die bundesweit bekannten Nazikader Sven Skoda und Christian Malcoci.
Organisator des Aufmarsches ist kein Unbekannter. Der aus Bonn-Duisdorf stammende Hans Robert Klug meldete schon die bereits erwähnte Demo gegen die so genannte Wehrmachtsausstellung im Jahr 1998 an. Unseren Einschätzungen zufolge ist am 12. Juli mit einer Teilnehmerzahl bis zu 500 Nazis aus Freien Kameradschaften, Autonomen Nationalisten und Parteigebundenen zu rechnen.
Worum gehts?
Für die Nazis ist Musik ein effektives Instrument, um rechtsoffene Jugendliche an die organisierte Naziszene zu binden. Ein viel zitiertes Beispiel hierfür ist die „Schulhof CD“ der NPD. Außerdem liefern geheim organisierte Konzerte den allwochenendlichen Thrill, das Katz und Maus-Spiel mit der Polizei für sich zu entscheiden. Es gelingt nur gelegentlich, gegen Neonazi-Konzerte erfolgreich vorzugehen. Eigene CD-Label, Internetversände und nicht zuletzt der finanzielle Gewinn von Rechtsrockkonzerten fließen zu fast 100% wieder zurück in die eigene Szene. Damit hängt die finanzielle Unabhängigkeit einer großen Zahl von Nazifunktionären entscheidend vom Geschäft mit der Musik ab. Durch Indizierungen bleibt der Szene der wirtschaftliche Nutzen vorenthalten. So ist das Vorgehen gegen die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien ganz pragmatisch mit finanziellen Interessen zu erklären.
Fight back – stand up!
In Bonn hat sich ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, Parteien, Institutionen und linksradikalen Gruppen unter dem Motto „Kein Fußbreit den Faschisten“ gegen den geplanten Aufmarsch...versuch formiert. Wir sagen ganz klar: den Nazis entschlossen und mit allen Mitteln entgegen treten. Daher unterstützen wir die geplante Blockade des Bündnisses, indem es viel Platz für die unterschiedlichsten Protestformen geben wird. Die Demonstration der Nazis soll von Anfang an Scheitern. Wenn ihr auch eine_n abbekommen wollt: Kommt nach Bonn! Wir haben gelernt zu teilen...
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