13. Februar 2008
In Berlin demonstrierten am 22.2.08 rund 600 Personen gegen ein Geschäft der Marke "Thor Steinar" in der Rosa-Luxemburg-Straße. Inzwischen wurde der Shop schon mehrfach attackiert: 1, 2 ... 5, 6. Obwohl der Vermieter dem Laden gekündigt hat, bleibt das Geschäft geöffnet.
Andere Läden von "Thor-Steinar" stehen ebenfalls unter Druck: in Magdeburg wurde dem Laden gekündigt [mehr]. Andere Shops gibt es in Leipzig und Dresden [Glasbruch in Dresden]. Ein Nazi-Shop in Rostock hat nach zwei Monaten Antifa-Pause wieder geöffnet [Indy].
Unterdessen hat eine Broschürengruppe unter dem Titel Investigate Thor Steinar eine Broschüre publiziert in der die Kleidung Neonazi-Modemarke analysiert wird [PDF-download hier].
Hersteller von „Thor Steinar“ ist die MediaTex GmbH aus Königs Wusterhausen bei Berlin. Der Inhaber Axel Kopelke betreibt in Königs Wusterhausen einen rechten Szeneladen mit dem Namen „Explosiv“, welcher als Anlaufpunkt der regionalen Neonaziszene dient. Kopelke selbst wurde in der Vergangenheit bei völkischen Sonnenwendfeiern, bei einem Liederabend mit dem Neonazi-Barden Frank Rennicke und bei einer NPD-Reichsgründungsfeier im Jahr 2000 in Friedersdorf gesehen.
Klamotten von „Thor Steinar“ ermöglicht es Neonazis sich in qualitativ hochwertiger Mode zu kleiden, ihre Gesinnung zu offenbaren und rechten Kameraden gleichzeitig ein dickes Portemonnaie zu bescheren. So ist das Design der Marke gespickt von eindeutig-zweideutigen Anspielungen. Der Aufdruck „Ski Heil“ kann in dem Zusammenhang getrost als „Sieg Heil“ interpretiert werden. An ein Arbeitserziehungslager der SS bei Kiel erinnert der Aufdruck „Nordmark“. Der Schriftzug „Waidmanns Heil“ über dem Bild einer Maschinenpistole der Wehrmacht erscheint mehr als zynisch. Diese Auflistung könnte beliebig erweitert werden.
Die Besonderheit bei „Thor Steinar“ ist, dass die MediaTex GmbH, anders als andere Szenemarken, versucht auch unpolitische Käuferschichten zu erschließen. So präsentiert sich „Thor Steinar“ üblicherweise, neben dem Vertrieb in einschlägigen rechten Szeneläden, als unpolitische Mode mit skandinavischem Bezug, wie etwa im „TØNSBERG“ in der Rosa-Luxemburg-Straße. Diese Strategie und die Beliebtheit der Marke im neonazistischen Spektrum bescherte der MediaTex GmbH 2005 nach eigenen Angaben einen Umsatz von 2 Millionen Euro. Neben Nike, Fred Perry und Adidas scheint wie selbstverständlich nun auch „Thor Steinar“ in Berlins geografischer und gesellschaftlicher Mitte angekommen zu sein. Das darf nicht akzeptiert werden.
Einige Tage nach der Eröffnung des Ladens reagierte der Vermieter IMPALA-Immobilien aufgrund des öffentlichen Druckes und kündigte den über 3 Jahre abgeschlossenen Mietvertrag fristlos mit der Begründung, dass sie über die vertriebenen Waren im unklaren gelassen wurden. Einen Tag später wurde der Laden mit Farbbeuteln und -flaschen attackiert, wobei auch eine Scheibe zu Bruch ging.
Es liegt an uns jetzt nicht einzuknicken, sondern den Druck auf den Laden und seine Kunden hoch zu halten, zu informieren was „Thor Steinar“ ist und mit offensiven und kreativen Aktionen den Laden nicht zur Ruhe kommen zu lassen.
Tags: Nazi-Laden, Berlin, Thor Steinar, Antifa
"Thor-Steinar-Shop" muss weg!

Andere Läden von "Thor-Steinar" stehen ebenfalls unter Druck: in Magdeburg wurde dem Laden gekündigt [mehr]. Andere Shops gibt es in Leipzig und Dresden [Glasbruch in Dresden]. Ein Nazi-Shop in Rostock hat nach zwei Monaten Antifa-Pause wieder geöffnet [Indy].
Unterdessen hat eine Broschürengruppe unter dem Titel Investigate Thor Steinar eine Broschüre publiziert in der die Kleidung Neonazi-Modemarke analysiert wird [PDF-download hier].
Presse: Berliner Zeitung, jW, MoPo (7.2.) Tagesspiegel, SZ , tagesschau (15.2.) Berliner Zeitung (19.2.) jW (20.2.) Berliner Zeitung, ddp (21.2.) ND, Tagesspiegel (22.2.) Tagesspiegel (26.2.08)
Neonazis stoppen!
Weg mit dem „Thor-Steinar-Shop“ in Mitte
In Berlin-Mitte eröffnete am Freitag den 1. Februar 2008 ein Geschäft der Bekleidungsmarke „Thor Steinar“. Die Marke ist in der rechtsextremen Szene sehr beliebt. Zeitweise waren Motive der Marke verboten, weil sie NS-Symbolen zum verwechseln ähnlich sahen. Der Laden befindet sich in der Rosa-Luxemburg-Straße 18, nur wenige Meter vom Alexanderplatz entfernt.Hersteller von „Thor Steinar“ ist die MediaTex GmbH aus Königs Wusterhausen bei Berlin. Der Inhaber Axel Kopelke betreibt in Königs Wusterhausen einen rechten Szeneladen mit dem Namen „Explosiv“, welcher als Anlaufpunkt der regionalen Neonaziszene dient. Kopelke selbst wurde in der Vergangenheit bei völkischen Sonnenwendfeiern, bei einem Liederabend mit dem Neonazi-Barden Frank Rennicke und bei einer NPD-Reichsgründungsfeier im Jahr 2000 in Friedersdorf gesehen.
Klamotten von „Thor Steinar“ ermöglicht es Neonazis sich in qualitativ hochwertiger Mode zu kleiden, ihre Gesinnung zu offenbaren und rechten Kameraden gleichzeitig ein dickes Portemonnaie zu bescheren. So ist das Design der Marke gespickt von eindeutig-zweideutigen Anspielungen. Der Aufdruck „Ski Heil“ kann in dem Zusammenhang getrost als „Sieg Heil“ interpretiert werden. An ein Arbeitserziehungslager der SS bei Kiel erinnert der Aufdruck „Nordmark“. Der Schriftzug „Waidmanns Heil“ über dem Bild einer Maschinenpistole der Wehrmacht erscheint mehr als zynisch. Diese Auflistung könnte beliebig erweitert werden.
Die Besonderheit bei „Thor Steinar“ ist, dass die MediaTex GmbH, anders als andere Szenemarken, versucht auch unpolitische Käuferschichten zu erschließen. So präsentiert sich „Thor Steinar“ üblicherweise, neben dem Vertrieb in einschlägigen rechten Szeneläden, als unpolitische Mode mit skandinavischem Bezug, wie etwa im „TØNSBERG“ in der Rosa-Luxemburg-Straße. Diese Strategie und die Beliebtheit der Marke im neonazistischen Spektrum bescherte der MediaTex GmbH 2005 nach eigenen Angaben einen Umsatz von 2 Millionen Euro. Neben Nike, Fred Perry und Adidas scheint wie selbstverständlich nun auch „Thor Steinar“ in Berlins geografischer und gesellschaftlicher Mitte angekommen zu sein. Das darf nicht akzeptiert werden.
„TØNSBERG“ muss weg!
Bereits am Eröffnungstag des Thor-Steinar-Ladens „TØNSBERG“ am 1. Februar 2008 Demonstrierten 80 Personen gegen den Laden und machten auf den neonazistischen Bezug der verkauften Waren aufmerksam. Diverse Gewerbetreibende in der Nachbarschaft informierten sich wer neben ihnen eingezogen ist und demonstrierten etwa mit „Kauft nicht bei Nazis“ Plakaten in den Schaufenstern oder in dem sie Informationen über „Thor Steinar“ in ihrem Laden zur Verfügung stellten.Einige Tage nach der Eröffnung des Ladens reagierte der Vermieter IMPALA-Immobilien aufgrund des öffentlichen Druckes und kündigte den über 3 Jahre abgeschlossenen Mietvertrag fristlos mit der Begründung, dass sie über die vertriebenen Waren im unklaren gelassen wurden. Einen Tag später wurde der Laden mit Farbbeuteln und -flaschen attackiert, wobei auch eine Scheibe zu Bruch ging.
Dranbleiben gegen rechts!
Die Kündigung des Vermieters bietet keinen Grund abzuwarten. Ein Beispiel in Magdeburg zeigt wie es wahrscheinlich auch in Berlin laufen wird. Dort hat im Sommer 2007 der Laden „Narvik“ eröffnet, welcher ebenso ausschließlich „Thor Steinar“ vertreibt. Bereits am Tag der Eröffnung wurde der Mietvertrag gekündigt. Erst Anfang Februar hatte ein Gericht die Kündigung bestätigt – das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig. In Berlin haben die Betreiber vom „TØNSBERG“ Rechtsmittel gegen die Kündigung eingelegt, so dassdie Existenz des Ladens zumindest für die nächsten Monate gesichert scheint.Es liegt an uns jetzt nicht einzuknicken, sondern den Druck auf den Laden und seine Kunden hoch zu halten, zu informieren was „Thor Steinar“ ist und mit offensiven und kreativen Aktionen den Laden nicht zur Ruhe kommen zu lassen.
- Weg mit „Thor-Steinar-Läden“ in Berlin und anderswo!
- Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!
- Demo gegen den „TØNSBERG“: Freitag, 22. Febuar 2008, 17 Uhr, S-Bhf. Oranienburger Straße
Tags: Nazi-Laden, Berlin, Thor Steinar, Antifa
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