07. Juni 2007
Um sich die Legitimation für den völlig unverhältnismäßigen Polizeieinsatz zu verschaffen, verbreitete die KAVALA am gestrigen Tag ständig Falschmeldungen über angebliche Gewalttätigkeiten von Seiten der Demonstranten. Zu diesem Vorgehen passt, dass die Polizei offenbar gezielt zivile Kräfte in die Reihen der Protestierer eingeschleust hat, um gewaltsame Auseinandersetzungen anzuheizen. Am gestrigen Tage hat sich erneut gezeigt, wie es um das Demokratieverständnis der Sicherheitsbehörden bestellt ist. Dennoch werden sich die Gipfelgegner auch heute und morgen nicht von Aktionen gegen den G8-Gipfel abhalten lassen.
Insbesondere das Verhalten von Berliner Polizeieinheiten am gestrigen Tage zeichnete sich durch besondere Aggressivität und Gewalttätigkeit aus. Nicht nur, dass Demonstranten auf entwürdigende Weise von ihnen beschimpft wurden, zeitweise musste die 21. Einsatzhundertschaft bei ihren Prügelorgien sogar von Beamten aus anderen Bundesländern zurückgehalten werden und wurde letztlich um 17 Uhr für gewisse Zeit abgezogen.
Auch Zivilpolizisten der Berliner Spezialabteilung „Politisch motivierte Straßengewalt“ (PMS) machten gezielt Jagd auf linke Aktivisten und ließen sie festnehmen. Der bekannte Berliner Arzt und politische Aktivist Dr. med. Michael Kronawitter, der am gestrigen Tag mehr als 15 Opfer von Polizeigewalt medizinisch versorgt hatte, wurde von Beamten der PMS über Stunden observiert und ca. 13.30 Uhr auf dem Weg zu einem von Asthmaanfällen geplagten Demonstranten im Auto festgenommen. Er soll nach dem Willen der Polizei bis zum 8. Juni in Unterbindungsgewahrsam verbleiben. Dr. Kronawitter, der seit Tagen mit einer Weste als Arzt deutlich erkennbar seinen Dienst verrichtet, wird nun vorgeworfen, er habe sich lediglich als Arzt verkleidet, um Störungen des G8-Gipfels koordinieren zu können. Dies kann nur als schlechter Scherz bezeichnet werden, da Kronawitter in den letzten Tagen als Arzt der Presse Rede und Antwort stand und auch bei der Versorgung von Verletzungen live berichtete. Insofern versuchen Berliner Polizeibeamte an Dr. Kronawitter eher ein Exempel zu statuieren, da er sich auch zu politischen Fragen der Polizeieinsätze zu Wort meldet. Wie absurd die Argumentation der Polizei ist, zeigt sich daran, dass Teile von Michael Kronawitters Arztausrüstung und Medikamente als vermeintliche "Tatwerkzeuge" beschlagnahmt wurden.
Die Antifaschistische Linke Berlin und die Organisatoren des G8-Protests verurteilen die Polizeigewalt und insbesondere diese willkürliche Maßnahme, die ausschließlich einen persönlichen Rachefeldzug von Berliner Beamten gegen Dr. Michael Kronawitter darstellt. Sowohl als Arzt wie auch politisch Aktiver hatte er in den letzten Monaten und Wochen immer wieder die Gewalttätigkeit von Berliner Zivilbeamten in der Öffentlichkeit thematisiert.
Mit freundlichen Grüßen,
Johannes Reyersbach
Antifaschistische Linke Berlin [ALB]
Tel.: (0162) 350 68 59
Tags: Repression, PMS, G8, KAVALA, Heiligendamm, Michael Kronawitter, ALB
Organisatoren des Protests gegen den G8-Gipfel verurteilen brutales Vorgehen der Polizei. PE der ALB
Rachefeldzug von Berliner Zivilpolizisten gegen Demo-Arzt Dr. Michael Kronawitter und andere linke Demonstranten
Am gestrigen Mittwoch und heute Nacht wurden mehrere Hundert Demonstranten bei Blockadeaktionen gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm festgenommen. Die Polizeibeamten gingen mit Schlagstöcken, Tränengas und Wasserwerfern äußerst gewalttätig gegen die Protestierer vor.
Demosanitäter und Ärzte wurden unter Gewaltanwendung daran gehindert, Verletzte versorgen zu können. Die Polizei hinderte auch Journalisten und Anwälte an der Ausübung ihrer Tätigkeit. Kritische Medienberichterstatter wurden bei der Dokumentation von rabiaten Festnahmen selbst zum Opfer von Polizeigewalt und in Gewahrsam genommen.
Bei den aus Sicht der Veranstalter äußerst erfolgreich verlaufenden Blockadeaktionen, an denen sich insgesamt weit über 10.000 Menschen beteiligten, wurden zahlreiche Menschen durch Schläge und Tritte sowie Tränengaseinsatz der Polizei teils schwer verletzt.
Die Organisatoren des G8-Protests verurteilen die offenkundige Eskalationsstrategie der Sicherheitskräfte.
Am gestrigen Mittwoch und heute Nacht wurden mehrere Hundert Demonstranten bei Blockadeaktionen gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm festgenommen. Die Polizeibeamten gingen mit Schlagstöcken, Tränengas und Wasserwerfern äußerst gewalttätig gegen die Protestierer vor.
Demosanitäter und Ärzte wurden unter Gewaltanwendung daran gehindert, Verletzte versorgen zu können. Die Polizei hinderte auch Journalisten und Anwälte an der Ausübung ihrer Tätigkeit. Kritische Medienberichterstatter wurden bei der Dokumentation von rabiaten Festnahmen selbst zum Opfer von Polizeigewalt und in Gewahrsam genommen.
Bei den aus Sicht der Veranstalter äußerst erfolgreich verlaufenden Blockadeaktionen, an denen sich insgesamt weit über 10.000 Menschen beteiligten, wurden zahlreiche Menschen durch Schläge und Tritte sowie Tränengaseinsatz der Polizei teils schwer verletzt.
Die Organisatoren des G8-Protests verurteilen die offenkundige Eskalationsstrategie der Sicherheitskräfte.
Um sich die Legitimation für den völlig unverhältnismäßigen Polizeieinsatz zu verschaffen, verbreitete die KAVALA am gestrigen Tag ständig Falschmeldungen über angebliche Gewalttätigkeiten von Seiten der Demonstranten. Zu diesem Vorgehen passt, dass die Polizei offenbar gezielt zivile Kräfte in die Reihen der Protestierer eingeschleust hat, um gewaltsame Auseinandersetzungen anzuheizen. Am gestrigen Tage hat sich erneut gezeigt, wie es um das Demokratieverständnis der Sicherheitsbehörden bestellt ist. Dennoch werden sich die Gipfelgegner auch heute und morgen nicht von Aktionen gegen den G8-Gipfel abhalten lassen.
Insbesondere das Verhalten von Berliner Polizeieinheiten am gestrigen Tage zeichnete sich durch besondere Aggressivität und Gewalttätigkeit aus. Nicht nur, dass Demonstranten auf entwürdigende Weise von ihnen beschimpft wurden, zeitweise musste die 21. Einsatzhundertschaft bei ihren Prügelorgien sogar von Beamten aus anderen Bundesländern zurückgehalten werden und wurde letztlich um 17 Uhr für gewisse Zeit abgezogen.
Auch Zivilpolizisten der Berliner Spezialabteilung „Politisch motivierte Straßengewalt“ (PMS) machten gezielt Jagd auf linke Aktivisten und ließen sie festnehmen. Der bekannte Berliner Arzt und politische Aktivist Dr. med. Michael Kronawitter, der am gestrigen Tag mehr als 15 Opfer von Polizeigewalt medizinisch versorgt hatte, wurde von Beamten der PMS über Stunden observiert und ca. 13.30 Uhr auf dem Weg zu einem von Asthmaanfällen geplagten Demonstranten im Auto festgenommen. Er soll nach dem Willen der Polizei bis zum 8. Juni in Unterbindungsgewahrsam verbleiben. Dr. Kronawitter, der seit Tagen mit einer Weste als Arzt deutlich erkennbar seinen Dienst verrichtet, wird nun vorgeworfen, er habe sich lediglich als Arzt verkleidet, um Störungen des G8-Gipfels koordinieren zu können. Dies kann nur als schlechter Scherz bezeichnet werden, da Kronawitter in den letzten Tagen als Arzt der Presse Rede und Antwort stand und auch bei der Versorgung von Verletzungen live berichtete. Insofern versuchen Berliner Polizeibeamte an Dr. Kronawitter eher ein Exempel zu statuieren, da er sich auch zu politischen Fragen der Polizeieinsätze zu Wort meldet. Wie absurd die Argumentation der Polizei ist, zeigt sich daran, dass Teile von Michael Kronawitters Arztausrüstung und Medikamente als vermeintliche "Tatwerkzeuge" beschlagnahmt wurden.
Die Antifaschistische Linke Berlin und die Organisatoren des G8-Protests verurteilen die Polizeigewalt und insbesondere diese willkürliche Maßnahme, die ausschließlich einen persönlichen Rachefeldzug von Berliner Beamten gegen Dr. Michael Kronawitter darstellt. Sowohl als Arzt wie auch politisch Aktiver hatte er in den letzten Monaten und Wochen immer wieder die Gewalttätigkeit von Berliner Zivilbeamten in der Öffentlichkeit thematisiert.
Mit freundlichen Grüßen,
Johannes Reyersbach
Antifaschistische Linke Berlin [ALB]
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