Nazifrei! Dresden stellt sich quer - Aufruf zu Massenblockaden gegen den Naziaufmarsch
05. Juni 2007

Zwischenbilanz der IL zu den G8-Protesten

geschrieben von Antifaschistische Linke Berlin
In den letzten Tagen haben im Minutentakt Pressegespräche stattgefunden. Nicht alles was geschrieben wurde, wurde auch so gesagt und andere Äußerungen waren dem Umstand geschuldet, dass Leute rund um die Uhr unter den Polizeihubschraubern den aufgeregten Pressevertretern Rede und Antwort gestanden haben.

Wir sind beeindruckt von der großen Beteiligung an den verschiedenen Demonstrationen, Aktionstagen, Camps, Workshops und Diskussionen. Wir haben alle eingeladen und alle sind gekommen: Umweltschützer, Friedensaktivisten, Anarchisten, Pazifisten, Gewerkschafter und selbstverständlich auch Autonome. Dieses breite Bündnis ist ein Erfolg der langen und sorgfältigen Vorbereitung. Es hat sich die Einsicht durchgesetzt, dass die Bewegung nur gemeinsam erfolgreich ist.

In den Camps – in denen sich mehrere Tausend Personen aufhalten – herrscht trotz der heftigen Angriffe seitens Polizei und Medien eine solidarische und gelassene Stimmung. Besonders erfreut sind wir über die Anwesenheit der vielen internationalen Teilnehmern.

Die internationale Großdemonstration am Samstag (2.6.07) war für die globalisierungskritische Bewegung ein großer Erfolg. Insgesamt nahmen circa 60.000 Personen an der Demonstration teil. Allein am linksradikalen Block der Interventionistischen Linken beteiligten sich rund 8.000 Menschen. Rostock erlebte einen vielfältigen und kämpferischen Auftakt gegen die kriegerische, neoliberale und ausbeuterische Politik der G8-Staaten.

Zum Ende der Demonstration hat die Polizei ihre „Deeskalationsstrategie“ aufgegeben, die Teilnehmer angegriffen und zum Teil schwer verletzt. Überrascht hat dies nicht, weil gerade die anwesenden Berliner Polizeieinheiten dafür bekannt sind, sich über Einsatzpläne hinwegzusetzen und gezielt die Eskalation suchen.

Die Polizei ist mit Wasserwerfer und unter Knüppeleinsatz auf dem Kundgebungsplatz gestürmt und hat wahllos Menschen verletzt und verhaftet.

Vor diesem Hintergrund erscheint es uns, dass sich Teile der Medien zum Spielball von Rechtsaußen-Hardlinern wie Innenminister Schäuble und anderen Law-And-Order-Einpeitschern machen lassen. Nicht schwarz gekleidete Demonstranten verhindern, dass die Forderungen und Inhalte der Bewegung aufgegriffen werden, sondern eine Medienmaschinerie, die allein auf spektakuläre und reißerische Schlagzeilen setzt. Kurz: brennendes Auto verkauft sich besser als Worshop und Diskussionsrunde.

Die „Gewaltdebatte“ hat drei Ziele/Effekte. Der globalisierungskritischen Bewegung soll ihre breite Zustimmung entzogen werden, die sie in Deutschland wie in der ganzen Welt genießt. Wir sind beeindruckt, dass sich viele tausend Gipfelgegner trotz dieser Hysterie nicht spalten und einschüchtern lassen. Am Sonntag beteiligten sich weit über 5.000 Menschen am Aktionstag Globale Landwirtschaft und am Montag demonstrierten 15.000 Menschen für Bewegungsfreiheit und gleiche Rechte für MigrantInnen.

Zweites Ziel der „Gewaltdebatte“ ist es, die weitere Demontage des Demonstationsrechts und den Abbau von elementaren Grundrechten zu legitimieren. Die kopflose Debatte um Plastikgeschosse gegen Demonstranten, Kleiderordnung und den Einsatz der GSG9 zeigt, dass der Staat an einer Eskalation interessiert ist und einzig auf Repression setzt.

Drittes Ziel ist, davon abzulenken, dass einerseits beim G8-Gipfel keine Lösungen für die drängenden Probleme der Welt erarbeitet werden. Andererseits soll von der tatsächlichen Gewalt abgelenkt werden: Krieg, Folter, Hunger, Abschiebung und Ausbeutung. Diese dringen Probleme werden von den G8-Staaten nicht gelöst werden, da ihre Politik selbst die Ursache ist.

Zur erwarteten Anreise von US-Präsident Bush am heutigen Dienstag werden erneut Tausende auf die Straße gehen. In den nächsten Tagen sind massenhafte Blockaden mit zivilem Ungehorsam geplant. Die verschiedenen Blockadebündnisse umfassen erneut die gesamte globalisierungskritische Bewegung.

Wir rufen nochmals alle Menschen auf, nach Rostock zu kommen und sich an den Aktionen gegen den G8-Gipfel zu beteiligen. Zur globalisierungskritischen Bewegung gehören zu einem nicht unwesentlichen Teil Linksradikale und Autonome. Deren Aktionsformen sind legitim und gehören zur Vielfältigkeit einer Bewegung, die ohne die Ereignisse in Rostock kaum wahrgenommen worden wäre. Zeigen wir, dass wir uns nicht spalten und einschüchtern lassen und eine andere Welt möglich ist.

Wir sind die Guten. Interventionistische Linke.

Tags:  Zwischenbilanz, Interventionistische Linke, IL, G8, Rostock, Heiligendamm

Antifa

International

Krieg & Frieden

Kultur

Antiberliner

Klassenkampf

Repression

Der Schwarze Kanal

www.no-pasaran.mobi


Antiberliner

  • Antiberliner zu Repression

    So wie auf den Herbst der Winter folgt, folgt auf das Erstarken linker Bewegungen die staatliche Repression. Sie ist das Schwerpunktthema dieser Ausgabe und wird sowohl theoretisch, als auch konkret anhand der aktuellen Ereignisse in Berlin und dem Iran…


    Weiter Lesen

Aktuelles und Hintergrundinfos

  • Repression gegen baskische Jugend

    Am 24.11.2009 ging der spanische Staat massiv gegen die revolutionäre Jugendorganisation SEGI vor. 34 Jugendliche wurden festgenommen, Jugendzentren und Lokale durchsucht [Info].Der Repressionsschlag erfolgte nur wenige Tage, nachdem die baskische Linke eine…


    Weiter Lesen
  • Auswertung zu Dresden 2009

    Die Gegenaktivitäten zum Neonazi-Aufmarsch in Dresden im Februar 2009 stellen einen Perspektivenwechsel dar. Nie zuvor kamen mehr Menschen aus der gesamten BRD nach Dresden und brachten ihren Protest auf die Straße.Trotzdem konnte der Nazi-Aufmarsch nicht gestoppt werden. Lest,…


    Weiter Lesen
  • Berlin: Neue Antifa Jugendgruppe

    Das Leben in der BRD ist für viele Menschen unzumutbar: Gegen diese Gesellschaft zu rebellieren, die Menschen schon in der Schule auf eine Weise zurichtet, die für den Rest des Lebens eine möglichst effektive Ausbeutung garantiert, die in anderen…


    Weiter Lesen
  • Recherche-Heft zu Nazis in Berlin

    Die Recherche-Broschüre Fight.Back ist mit einer neuen Ausgabe erschienen. Fight.Back ist ein Fachblatt für die antifaschistische Praxis und wird seit 2001 von unabhängigen Berliner Antifagruppen herausgegeben. Die Broschüre richtet sich an alle, die sich mit den Erscheinungsformen der extremen…


    Weiter Lesen
  • Aktionen 3+12 wenn Todesurteil

    Der US-amerikanische Journalist und ehemalige Aktivist der Black Panther Party Mumia Abu-Jamal kämpft seit den 60er Jahren gegen Kapitalismus und Krieg. Wegen angeblichen Polizistenmord soll er hingerichtet werden, wobei nie ein "fairer" Prozess stattgefunden hat. Im…


    Weiter Lesen
  • Mitglied werden in der Roten Hilfe

    Die Rote Hilfe ist eine strömungsübergreife Solidaritäts- und Antirepressionsorganisation. Sie informiert über Verfolgung gegen Linke in der BRD und international. Zudem unterstützt sie Personen, die von Repression betroffen sind. Sie steht euch mit Beratung, anwaltlicher Betreuung…


    Weiter Lesen
  • Bundeswehr raus aus Afganistan!

    Deutschland führt Krieg in Afghanistan. Krieg um Rohstoffe, um neue Absatzmärkte zu erschließen und den Einfluss Deutschlands in der Welt zu sichern. Die BRD ist drittgrößter Waffenexporteur weltweit: Deutsche Konzerne wie ThyssenKrupp, EADS, MAN, HDW-Werft, Rheinmetall AG…


    Weiter Lesen
  • Broschüre: Wir bleiben alle - 2009

    Die Berliner Kampagne Wir bleiben alle hat pünktlich zu den Action Weeks eine neue, kostenlose Broschüre herausgebracht. Die Broschüre richtet sich gegen steigende Mieten, die Verdrängung von Menschen mit geringen Einkommen und…


    Weiter Lesen
  • Doku-Film: Uno di noi

    Die AntifaschistInnen vom Polit-Cafè Azzoncao und der Antifajugend Bochum dokumentieren in einem fast halbstündigen Film die Morde an sieben Genossen, die in den letzten Jahren durch neofaschistische Übergriffe ihres Lebens beraubt wurden. Ausgangspunkt ihres Films ist ein…


    Weiter Lesen
  • Debatte: Krise, Protest, Widerstand

    Wir dokumentieren einen Beitrag des Historikers und Sozialforschers Karl Heinz Roth unter dem Titel Globale Krise – Globale Proletarisierung – Gegenperspektiven.Der Beitrag beschreibt wissenschaftlich, ausführlich und doch kompakt und verständlich die Hintergründe…


    Weiter Lesen
  • 70 Jahre Widerstand gegen Franco

    Im April 2009 fand in Berlin eine Veranstaltungsreihe unter dem Titel "Venceremos. 1939-2009: 70 Jahre Spanischer Bürgerkrieg und seine Folgen" statt.Der ehemalige Spanienkämpfer Josef Eisenbauer berichtete, was ihn mit 19 Jahren zu den Internationalen Brigaden…


    Weiter Lesen

Unterstützt die Gefangenen

  • Solidarität: Freiheit für Marina

    Eine Freundin und Genossin aus Barcelona sitzt seit November 2006 in Frankreich in Haft. Marina soll die baskische Untergrundorganisation ETA in ihrem Kampf für Unabhängigkeit und Sozialismus unterstützt haben. Sie war lange Jahre Aktivistin…


    Weiter Lesen
  • Freiheit für die Straßburg-Gefangenen

    Im April 2009 demonstrierten in Straßburg zehntausende gegen ein Gipfeltreffen der NATO [Indy]. Der Protest wurde in ein Industriegebiet verbannt wurde. Bei militanten Aktionen wurde ein deutsch-französischer Grenzposten in Brand gesetzt; ebenso erging es…


    Weiter Lesen

Die nächsten Termine

  • Keine Termine
Antifa KOK