21. November 2005
+++ Einsatzleitung der Polizei kapituliert vor 20 Neonazis +++ Verletzte
durch Prügeleinsatz nach Veranstaltungsende +++
Rund 1.500 vorwiegend jugendliche AntifaschistInnen beteiligten sich an der diesjährigen Silvio-Meier-Demonstration, die am 19.11.2005 vom U-Bahnhof Samariterstraße lautstark nach Lichtenberg zog. Die Aktion unter dem Motto Keine Homezone für Faschisten - Nazistrukturen aufdecken und angreifen! Antifa statt Verbote! fand im Gedenken an den am 21.11.1992 von Rechtsextremisten ermordeten Silvio Meier statt. Sie hatte zum Ziel, die gewalttätige Neonaziszene aus dem Umfeld der verbotenen Kameradschaften KS-Tor und BASO (Berliner Alternative Süd-Ost), welche sich in der Gegend um den Bahnhof Lichtenberg etabliert hat, ans Licht der Öffentlichkeit zu rücken.
» Klage gegen Polizeieinsatz - ZeugInnen gesucht
Nachdem die Versammlungsbehörde die Veranstaltung bereits im Vorfeld mit rigiden Auflagen belegt hatte, kapitulierte die polizeiliche Einsatzleitung während der antifaschistischen Demonstration vor 20 Neonazis. Diese hatten sich vor der in der rechtsextremen Szene beliebten Kneipe Kiste in der Weitlingstraße zu einer nicht angemeldeten Kundgebung versammelt. Die Polizei zeigte sich daraufhin nicht willens oder in der Lage, die genehmigte, gerichtlich bestätigte Route durchzusetzen und zwang die Silvio-Meier-Demonstration, eine Ausweichstrecke zu laufen. Die VeranstalterInnen erwägen, im Nachhinein Klage gegen dieses skandalöse Vorgehen einzureichen.
Als die Veranstaltung beendet wurde, bewies die Berliner Polizei dagegen ein weiteres Mal ihre Schlagkraft. Am und im Bahnhof Lichtenberg prügelten Beamte der 22. und 23. Hundertschaften wahllos auf abreisende DemonstrationsteilnehmerInnen ein, obgleich diese zum Teil bereits in der S-Bahn saßen. Bei dem brutalen Einsatz schlugen Polizisten auch die Scheiben von Zügen ein, zahlreiche Personen wurden verletzt. Insgesamt wurden mindestens 16 Personen festgenommen. Bereits vor Beginn der Silvio-Meier-Demonstration nahm die Polizei mindestens 20 Personen kurzzeitig in Gewahrsam, weil sie auf dem Weg dorthin mit Stahlkappenschuhen oder Glasflaschen angetroffen wurden. Obgleich die Betroffenen zu diesem Zeitpunkt nichts von dem per Auflage verhängten Verbot wissen konnten, müssen sie nun mit einer Strafanzeige rechnen.
Trotz der Eskalation von Seiten der Polizei war die diesjährige Silvio-Meier-Demonstration ein Erfolg der antifaschistischen Bewegung. Eine erfreulich hohe Anzahl von Demonstrantinnen und Demonstranten hat ein deutliches Zeichen gegen die Berliner Neonazi-Szene gesetzt und gleichzeitig einen Beitrag zur Stärkung der antifaschistischen Jugendkultur geleistet.
» Bericht bei Indymedia
» Artikel in der Jungen Welt
» Bilder
Tags: Beiträge, Silvio Meier Demonstration, 1.500 Teilnehmer bei Silvio-Meier-Demonstration
1.500 Teilnehmer bei Silvio-Meier-Demonstration

Rund 1.500 vorwiegend jugendliche AntifaschistInnen beteiligten sich an der diesjährigen Silvio-Meier-Demonstration, die am 19.11.2005 vom U-Bahnhof Samariterstraße lautstark nach Lichtenberg zog. Die Aktion unter dem Motto Keine Homezone für Faschisten - Nazistrukturen aufdecken und angreifen! Antifa statt Verbote! fand im Gedenken an den am 21.11.1992 von Rechtsextremisten ermordeten Silvio Meier statt. Sie hatte zum Ziel, die gewalttätige Neonaziszene aus dem Umfeld der verbotenen Kameradschaften KS-Tor und BASO (Berliner Alternative Süd-Ost), welche sich in der Gegend um den Bahnhof Lichtenberg etabliert hat, ans Licht der Öffentlichkeit zu rücken.
» Klage gegen Polizeieinsatz - ZeugInnen gesucht
Nachdem die Versammlungsbehörde die Veranstaltung bereits im Vorfeld mit rigiden Auflagen belegt hatte, kapitulierte die polizeiliche Einsatzleitung während der antifaschistischen Demonstration vor 20 Neonazis. Diese hatten sich vor der in der rechtsextremen Szene beliebten Kneipe Kiste in der Weitlingstraße zu einer nicht angemeldeten Kundgebung versammelt. Die Polizei zeigte sich daraufhin nicht willens oder in der Lage, die genehmigte, gerichtlich bestätigte Route durchzusetzen und zwang die Silvio-Meier-Demonstration, eine Ausweichstrecke zu laufen. Die VeranstalterInnen erwägen, im Nachhinein Klage gegen dieses skandalöse Vorgehen einzureichen.
Als die Veranstaltung beendet wurde, bewies die Berliner Polizei dagegen ein weiteres Mal ihre Schlagkraft. Am und im Bahnhof Lichtenberg prügelten Beamte der 22. und 23. Hundertschaften wahllos auf abreisende DemonstrationsteilnehmerInnen ein, obgleich diese zum Teil bereits in der S-Bahn saßen. Bei dem brutalen Einsatz schlugen Polizisten auch die Scheiben von Zügen ein, zahlreiche Personen wurden verletzt. Insgesamt wurden mindestens 16 Personen festgenommen. Bereits vor Beginn der Silvio-Meier-Demonstration nahm die Polizei mindestens 20 Personen kurzzeitig in Gewahrsam, weil sie auf dem Weg dorthin mit Stahlkappenschuhen oder Glasflaschen angetroffen wurden. Obgleich die Betroffenen zu diesem Zeitpunkt nichts von dem per Auflage verhängten Verbot wissen konnten, müssen sie nun mit einer Strafanzeige rechnen.
Trotz der Eskalation von Seiten der Polizei war die diesjährige Silvio-Meier-Demonstration ein Erfolg der antifaschistischen Bewegung. Eine erfreulich hohe Anzahl von Demonstrantinnen und Demonstranten hat ein deutliches Zeichen gegen die Berliner Neonazi-Szene gesetzt und gleichzeitig einen Beitrag zur Stärkung der antifaschistischen Jugendkultur geleistet.
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