07. November 2012

Berlin: Niemand ist vergessen!

geschrieben von Antifaschistische Linke Berlin
Anlässlich des 20. Jahrestages des Mordes an Silvio Meier wird sich eine Veranstaltung mit den Erfahrungen und Perspektiven im Kampf gegen das Vergessen der massiven faschistischen Gewalt der jüngsten Vergangenheit und deren Opfern auseinandersetzen:
In welcher Form wollen wir den Opfern rechter Gewalt gedenken? Reichen Gedenksteine und Demonstrationen aus? Welche Fallstricke und Erfahrungen gibt es in der Praxis? Wie können wir den Kampf um die Erinnerung an die Ermordeten gemeinsam führen?

Viele verschiedenen ReferentInnen werden diskutieren. U.a. Ulla Jelpke (MdB, Die LINKE), Dirk Stegemann (VVN-BdA Berlin), Vertreter der Antifaschistischen Linken Berlin, die Initiative »Niemand ist vergessen!« (für das Gedenken an Dieter Eich) und eine Vertreterin von Tolerantes Eberswalde.

Podiumsveranstaltung: Dienstag |  20. November 2012 | 19 Uhr
Jugend[widerstands]museum (Rigaer Str. 9, Berlin-Fhain)

Am 21. November 2012 jährt sich die Ermordung des Berliner Hausbesetzers und Antifaschisten Silvio Meier zum 20. Mal. Der Mord an Silvio reiht sich ein in eine Welle offen rechter Gewalt, die sich über die kompletten 90er Jahre erstreckte und deren Massentauglichkeit in den Pogromen von Mannheim, Rostock und Hoyerswerda deutlich wurde. Seit dem hat sich einiges im Umgang mit Opfern rechter Gewalt geändert: Eine gewisse Sensibilisierung für rechte Gewalt und deren Folgen ist erkennbar. Auch die gesellschaftliche Breite von Protesten gegen Neonazigroßveranstaltungen wie in Dresden markiert einen Unterschied zu den 90er Jahren …

An der Tatsache jedoch, dass kontinuierliche Gedenkarbeit so wie die Bemühung um Gedenksteine oder –tafeln weiterhin antifaschistischen Basisinitiativen vorbehalten bleiben, hat sich nichts geändert. Gerade diese Initiativen sehen sich oft mit politischen und institutionellen Hürden konfrontiert. Je randständiger die Gegend, je »unpopulärer« die Opfergruppe, desto größer die kollektive Ignoranz gegenüber der Forderung nach einem würdigen Gedenken. Auch die zahlenmäßige Beteiligung an jenen Gedenkveranstaltungen hält sich leider oft in Grenzen.

Anlässlich des den 20. Jahrestages des Mordes an Silvio wollen wir uns über die Erfahrungen und Perspektiven im Kampf gegen das Vergessen auszutauschen:
In welcher Form wollen wir den Opfern rechter Gewalt gedenken? Reichen Gedenksteine und Demonstrationen aus? Welche Fallstricke und Erfahrungen gibt es in der Praxis? Wie können wir den Kampf um die Erinnerung an die Ermordeten gemeinsam führen?

Zu den Referent_innen:

Ulla Jelpke (MdB, Die LINKE)
> setzt sich seit den frühen 90ern für die Aufarbeitung rechter Morde und gegen die Beschönigung der Opferstatistiken ein.

 

Dirk Stegemann (VVN-BdA Berlin)
> engagiert sich in zahlreichen antifaschistischen Bündnissen und ist aktiv im Kampf um die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus (u.a. Denkmal an die Kindertransporte an der Friedrichstraße, Gedenkort Rummelsburg)

 

Antifaschistische Linke Berlin
> beteiligt sich seit vielen Jahren an der Vorbereitung der Silvio-Meier-Demo und ist Mitinitiatorin der »Initiative für ein aktives Gedenken« zur Benennung einer Straße nach Silvio Meier.

 

Initiative »Niemand ist vergessen!«
> Dieter Eich wurde im Mai 2000 von vier jungen Neonazis im Berliner Stadtteil Pankow-Buch auf Grund seiner Erwerbslosigkeit ermordet. Die Initiative organisiert jährlich das Gedenken an Dieter Eich und strebt perspektivisch einen Gedenkstein in Buch an.

 

Tolerantes Eberswalde
> Amadeu Antonio wurde im November 1990 in Eberswalde von Neonazis totgeprügelt. Obwohl eine der bekanntesten politischen Stiftungen seinen Namen trägt, mag es in Eberswalde nicht gelingen eine Straße nach Amadeu Antonio zu benennen. Die Koordinierungsstelle für Toleranz Eberswalde setzt sich aktuell für eine solche Straße ein.

 

Veranstalter_innen: Helle Panke | North East Antifa | Antifa inke Berlin | VOSIFA unterstützt von: Siempre Antifascista

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