23. Juli 2012
Die dritte Broschüre der Reihe "Fragt uns, wir sind die Letzten." ist erschienen. Wie auch die vorherigen Teile, enthält die Broschüre Interviews mit NS-Überlebenden, die im NS verfolgt wurden und/oder im Widerstand aktiv waren.
"Fragt uns!" Broschüre erschienen.

Die dritte Broschüre der Reihe "Fragt uns, wir sind die Letzten." ist erschienen: Sie enthält Interviews mit NS-Überlebenden, die im NS verfolgt wurden und/oder im Widerstand waren.
Ursula Mamlok (geb. 1923 in Berlin) erzählt wie die Musik ihr als jüdisches Kind dabei half, die Flucht von Berlin nach Ecaduor zu überstehen. Jelena Kadenić (geb. 1921 in Bović) und Radoslav Derić (geb. 1927 in Prnjavor) berichten von ihrem Kampf im ehemaligen Jugoslawien gegen die deutsche Besatzung und Kolloboration. Fritz Sternhell (geb. 1924 in Wien) beschreibt die Situation als jüdisches Kind in Österreich, wie er mit einem Kindertransport nach England kam und schließlich in die britische Armee ging. Lore Sternhell (geb. 1930 in Ruhla) berichtet von ihrer Flucht als Kind kommunistischer Eltern nach Prag und später nach Schottland. Wilhelm Reinhardt (geb. 1938 in Idar-Oberstein) schließlich erzählt wie er als Sinto in einem Kinderheim versteckt wurde und bis heute von antiziganistischen Übergriffen betroffen ist.
Ihr könnt die Broschüre auf dem Blog herunterladen, oder als Print-Ausgabe bei der VVN-BdA beziehen. Zudem liegt sie in mehreren linken Lokalitäten in Berlin aus.
Es geht darum, die Perspektiven von Verfolgten und Menschen aus dem antifaschistischen Widerstand zu bewahren und sichtbar zu machen. Der Arbeitskreis Fragt uns möchte aus den Erfahrungen der Überlebenden Konsequenzen für unser Denken und Handeln heute ziehen und sich gegen eine Erinnerungskultur einsetzen, die auf ein »unverkrampftes Verhältnis zur Nation« oder die Rechtfertigung deutscher Kriegsbeteiligung abzielt. Die geschilderten Verfolgungs- und Widerstandsgeschichten sind als Appell zu verstehen, sich Neonazis und menschenfeindlichem Gedankengut in der Gesellschaft entgegenzustellen und für emanzipatorische Ideen einzutreten. In diesem Sinne stellt die Broschüre auch eine Aufforderung zum Aktiv-Werden dar.
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