18.9. Berlin: Beats against Cops!

No Justice, No Peace - Konzert gegen Polizeigewalt
In der Nacht zum Neujahr 2009 wurde Dennis von einem Berliner Bullen in Schönfließ erschossen. Er wurde wegen minderschweren Delikten per Haftbefehl gesucht und der LKA-Fahnder hatte einen Tip über seinen Aufenthaltsort bekommen. Also fuhr er mit zwei seiner Kollegen in das brandenburgische Dorf und fand Dennis dort in seinem Auto sitzend vor. Warum der Polizeikommissar Reinhard Rother das ganze Magazin seiner Waffe auf den 26-jährigen abfeuerte ist unklar. Fakt ist: Dennis war unbewaffnet und es ging keine Gefahr von ihm aus.
Wie üblich übernahmen die offiziellen Medien Tags darauf die Meldung der Polizei-Pressestelle ohne kritisch zu hinterfragen und selbstständig zu recherchieren. Sie sprachen von Notwehr und hetzten gegen den "Intensivtäter" Dennis. Erst durch intensive Öffentlichkeitsarbeit wurden auch in Berlins Medienlandschaft Zweifel an der Notwehrtheorie laut.
Zur Beerdigung am 17.01.2009 kamen beispielsweise mehr als 300 Familienmitglieder und Freunde von Dennis. Nach der Trauerfeier zogen viele von ihnen zum Sitz des Polizeipräsidenten. Erst so bekamen die Zweifel an der offiziellen Version eine Stimme, die nach Gerechtigkeit verlangte. Von nun an wurden immer wieder Demonstrationen durchgeführt und schließlich mussten sich der Todesschütze und seine Kollegen vor Gericht verantworten.
Mit Hilfe linker Gruppen wurde der Prozess gegen die Polizisten medial und durch verschiedene Aktionen begleitet. Vor Gericht selbst wurde allerdings nur deutlich, wie schlampig die Polizei Ermittlungen führt, wenn diese sich gegen die eigenen Kollegen richten. Selbst der ermittelnde Staatsanwalt beklagte, dass der „berühmte Korpsgeist“ der Berliner Polizei die Aufklärung erschwere. Ende Juli 2010 verurteilte der Richter den schießwütigen Polizisten zwar wegen Totschlag, gab ihm jedoch nur zwei Jahre auf Bewährung.
Im Gerichtssaal kam es zu Tumulten und Freunde von Dennis wurden festgenommen. Andere Familienmitglieder und Freunde sowie einige Linke, die am Abend der Urteilsverkündung gegen diese Zustände demonstrierten, wurden von der Polizei verprügelt. Selbst eine drei Tage später durchgeführte Infoveranstaltung wurde von einer halben Hundertschaft der Polizei gestürmt.
Doch wir wollen den Kampf um Gerechtigkeit auch nach dem lächerlichen Urteil nicht aufgegeben. Damit die tödlichen Folgen von Polizeigewalt nicht in Vergessenheit geraten, wird im Gedenken an Dennis und andere Opfer staatlicher Gewalt ein Rap-Konzert organisiert.
Das Konzert ist kostenlos, aber Gerechtigkeit müssen wir uns erkämpfen!
Rap-Konzert | Samstag | 18.9.2010 | Reuterplatz (Berlin-Neukölln)
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