30. Oktober 2009

Dresden Calling: »Sich den Nazis in den Weg stellen«

Anfang November treffen sich bundesweit Nazigegner auf der Aktionskonferenz »Dresden Calling«. marx21 sprach darüber mit Lars Laumeyer, aktiv in der Antifaschistischen Linken Berlin und im Bündnis »No Pasarán«.

marx21: Das antifaschistische Bündnis »No Pasarán« lädt am 6.und 7. November zur Aktionskonferenz »Dresden Calling« ein. Was ist der Anlass dafür?
Lars Laumeyer: Anlass für die Konferenz ist ein für den 13. Februar 2010 geplanter Nazi-Aufmarsch in Dresden. Jährlich im Februar nutzen Alt- und Neonazis sowie Rechtsextreme aus Kreisen so genannter Vertriebenenverbände den Jahrestag der alliierten Bombardierung der Stadt Dresden im Zweiten Weltkrieg für einen Großaufmarsch. Bis zu 7000 Nazis aus Deutschland und dem europäischen Ausland versammelten sich zu ihren »Gedenkmärschen«. Mit Parolen vom »Alliierten Bombenholocaust gegen die deutsche Bevölkerung« verhöhnen sie die Opfer des Vernichtungskrieges der Nazis.

Was erwartet die Besucher der Aktionskonferenz?

Die Konferenz findet an zwei Tagen im Dresdner DGB-Haus statt. Am Freitagabend (6.11.) findet eine Podiumsdiskussion »Dresden 2010: Nazi-Aufmarsch stoppen! Aber wie?« statt. Es diskutieren Vertreter aus Zivilgesellschaft und der Antifa-Bewegung über Strategien im Umgang mit dem Nazi-Großaufmarsch. Am Samstag (7.11.) sollen in Workshops die Fragen des Vortages debattiert werden. Auch dazu sind Aktive aus Gewerkschaften, Antifa-Bewegung und Zivilgesellschaft eingeladen.

Mit wie vielen Teilnehmern rechnen die Veranstalter?
Es ist schwer zu kalkulieren, da es ja bis Februar noch etwas Zeit ist. Wir hoffen vor allem, dass Bürgerinnen und Bürger der Stadt Dresden die Chance nutzen, um konkret über die Möglichkeit zu diskutieren, wie ein Nazi-Aufmarsch mit so vielen Teilnehmern gestoppt werden kann.

Welche Schwerpunkte werden die Vertreter von »No Pasarán« auf der Konferenz setzen?
Uns geht es zum einen darum, dass antifaschistischer Protest dort sichtbar ist, wo die Nazis marschieren, um ihnen nicht die Straße zu überlassen. Das sehen ja leider nicht alle so. Bürgerlicher Protest findet viel zu oft abseits statt, ohne die Nazis tatsächlich zu behindern.
Zum anderen wollen wir konkret dafür werben, sich mit Aktionen des zivilen Ungehorsams den Nazis in den Weg zu stellen. Wie das praktisch geht, und dass dies ungefährlicher ist, als viele denken, sollen insbesondere die Workshops ergeben. Eine Straße zu blockieren kostet im Zweifelsfall so viel wie einmal falsch parken.

Was können Antifaschisten tun, die nicht nach Dresden kommen können, um die Mobilisierung im Sinne der Aktionskonferenz zu unterstützen?
Jede und jeder kann vor Ort massiv dafür werben und überzeugen, dass möglichst viele Menschen am 13. Februar 2010 nach Dresden fahren. Wir können und dürfen uns nicht darauf verlassen, dass die konservative sächsische Regierung das Versammlungsrecht beschränkt und demokratische Rechte weiter beschneidet, auch wenn sie so eventuell den Nazi-Aufmarsch behindern könnte.

(Das Gespräch führte Jan Maas)

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