15. Oktober 2009

Sozialismus-Veranstaltung an der FU

geschrieben von Antifaschistische Linke Berlin
Zwanzig Jahre nach dem Mauerfall wird allerorten Feierstimmung verbreitet. Mit dem Ende der sozialistischen Experimente wie etwa in der DDR soll auch jede Debatte über grundsätzliche gesellschaftliche Alternativen erledigt sein. Doch die Politik der Erinnerung kann kaum verdrängen, was allzu offensichtlich ist: In der größten Wirtschaftskrise seit 1929 ist die Frage nach Systemalternative wieder aktuell geworden. AutorInnen der »PROKLA – Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft« diskutieren ihre Thesen zu Sozialismus & Co.

Veranstaltung: Sozialismus? Von der Aktualität einer Utopie
10.11.2009, 18 Uhr, FU Berlin (
Raum J 32/102 ) RAUM GEÄNDERT

SOZIALISMUS? Von der Aktualität einer Utopie

Podiumsdiskussion an der FU Berlin

 

Es diskutieren:
Raul Zelik
Renate Hürtgen
Alex Demirovic
Christian Siefkes
Ralf Hoffrogge

 

Sozialismus – was heißt das eigentlich?

Zwanzig Jahre nach dem Mauerfall wird allerorten Feierstimmung verbreitet, das Jahr 1989 beherrscht die Schlagzeilen. Mit dem Ende des autoritären »Real-Sozialismus« soll auch jede Debatte über grundsätzliche gesellschaftliche Alternativen erledigt sein. Doch die Politik der Erinnerung kann kaum verdrängen, was allzu offensichtlich ist: In der größten Wirtschaftskrise seit 1929 ist die Frage nach einer solchen Alternative wieder zur Gegenwartsfrage geworden. Nicht nur in
den Medien, sondern auch in der Wissenschaft drückt man sich um die längst notwendige Generaldebatte. Reformen und Regulationen, bestenfalls ein »Green New Deal« sind Diskussionsgegenstand, das Versagen der Marktwirtschaft wird jedoch ausgeblendet.

Dem wollen wir entgegentreten. Fünf Autoren und Autorinnen der »PROKLA – Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft«, die sich in einem Themenheft mit Sozialismuskonzeptionen auseinandergesetzt haben,
diskutieren ausgehend von ihren Aufsätzen.Wir wollen darüber reden, wie eine Gesellschaft aussehen könnte, in der nicht Profit und Markt, sondern gesellschaftliche Bedürfnisse die Produktion bestimmen, in der die Verteilung von Arbeit und Ressourcen demokratisch geplant wird. Eine Gesellschaft ohne selbst produzierte Sachzwänge, eine Gesellschaft, die willens und fähig ist der ökologischen Katastrophe zu entgehen.

Eine historische Analyse des sogenannten »real existierenden Sozialismus« ist dabei unverzichtbar. Jenseits von Nostalgie und Retrokult soll herausgearbeitet werden, warum im Staatssozialismus gesellschaftliche Emanzipation gerade nicht verwirklicht wurde. Diese Emanzipation, verstanden als praktizierte Herrschaftskritik, ist jedoch Kernstück jeder ernsthaften Konzeption von Sozialismus.

Antifaschistischen Linke Liste ::[all]::, AStA FU Berlin, PROKLA-Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft

 

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