30. Juli 2009
Vor 50 Jahren gründete sich im Baskenland die Organisation ETA. Bis 1975 herrschte in Spanien Faschismus unter Franco. Die kapitalistischen Staaten tolerierten dies. Im Baskenland war die faschistische Repression besonders stark: baskisch Sprache, Parteien, Gewerkschaften, etc. waren verboten. Die ETA sah sich gleich der IRA oder der Guerilla in Vietnam. Sie genoß die Unterstützung großer Teile der baskischen Bevölkerung. ETA verübte spektakuläre Anschläge gegen das Franco-Regime und tötete u.a. den geplanten Nachfolger Francos sowie einen Agent der berüchtigen Guardia Civil.
Baskenland auf antifa.de | Info-Baskenland | jW | zum ETA-Anschlag
Mitte der 1975 Jahre setzte eine Demokratisierung ein. ETA führte ihren Kampf jedoch fort, auch weil es keine Entnazifizierung in Verwaltung, Millitär, Verwaltung, Politik und Wirtschaft gab. ETA gab sich mit einer regionalen Autonomie nicht zu frieden und forderte ein sozialistisches Baskenland, welches auch Teile des französischen Staates einschließt. Trotz weiterer Anschläge untersützten rund 20 Prozent der BaskInnen den Kampf von ETA. Das Mißtrauen vieler Menschen gegenüber des post-faschistischen Spaniens wurde in den 1980er Jahren durch zwei Ereignisse gestärkt: 1981 führten einige Agenten der Guardia Civil Agenten einen Militärputsch durch. Der Putsch scheiterte zwar, zeigte jedoch wie tief die faschistische Ideologie in Reihen der paramilitärischen Einheit saß. Zum zweiten betreute die spanische sozialdmokratischer (!) Regierung zwischen 1983 und 1987 Todesschwadronen, die 28 Personen töteten. Die wenigsten Opfer waren ETA-Leute, einige waren linke Aktivisten oder Politiker. Die Mehrheit waren baskische ArbeiterInnen.
ETA verübte zahlreiche Anschläge auf Militär, Polizei sowie auf wirtschaftliche Kernbereich, aber auch auf nicht-militärische Ziele, wodurch sie Sympathie einbüßte. Regelmäßig gab es Friedensverhandlungen zwischen dem spanischen Staat und ETA bzw. deren politischer Vertretungen: Herri Batasuna. Die Partei versuchte auf der Straße, mit sozialen Bewegungen, mit dutzenden Bürgermeistern und Abgeordneten im europäischen, spanischen sowie im baskischen Parlament den Konflikt zu lösen und plädierte stets für ein Referendum der Bevölkerung im Baskenland. Diese zu tiefst demokratische Forderung lehnen spanische Regierungen - ob sozialdemokratisch oder christlich-konservativ - stets ab. Der militärische Konflikt zwischen ETA und dem spanischen Staat scheint festgefahren. Auch linke kritisieren teilweise öffentlich die Aktivitäten der ETA [spanisch]. Die Repression gegen die ETA und die baskische Unabhängigkeitsbewegung sind quasi zur Staatsdoktrin geworden.
Politik, Polizei und Justiz gehen inzwischen äußerst hart gegen alles vor, was sich entfernt für linke Bewegung im Baskenland, für eine Lösung des Konfliktes oder für kulturelle baskische Belange einsetzt. Manche bezeichnen dies als nicht demokratischen Ausnahmezustand:
Es bleibt zu hoffen, dass die spanische Regierung auf Verhandlungen eingeht, damit der Konflikt gelöst wird. Durch das Verbot politischer Gruppierungen, ist den BaskInnen die Möglichkeit genommen, sich "legal" zu organisieren.
Weitere Infos:
• Wie weiter im Baskenland - Strategie der baskischen Linken
• Widerstand gegen das Franco-Regime
Tags: Baskenland, ETA, Geschichte, Spanien
50 Jahre Guerilla im Baskenland

Baskenland auf antifa.de | Info-Baskenland | jW | zum ETA-Anschlag
Mitte der 1975 Jahre setzte eine Demokratisierung ein. ETA führte ihren Kampf jedoch fort, auch weil es keine Entnazifizierung in Verwaltung, Millitär, Verwaltung, Politik und Wirtschaft gab. ETA gab sich mit einer regionalen Autonomie nicht zu frieden und forderte ein sozialistisches Baskenland, welches auch Teile des französischen Staates einschließt. Trotz weiterer Anschläge untersützten rund 20 Prozent der BaskInnen den Kampf von ETA. Das Mißtrauen vieler Menschen gegenüber des post-faschistischen Spaniens wurde in den 1980er Jahren durch zwei Ereignisse gestärkt: 1981 führten einige Agenten der Guardia Civil Agenten einen Militärputsch durch. Der Putsch scheiterte zwar, zeigte jedoch wie tief die faschistische Ideologie in Reihen der paramilitärischen Einheit saß. Zum zweiten betreute die spanische sozialdmokratischer (!) Regierung zwischen 1983 und 1987 Todesschwadronen, die 28 Personen töteten. Die wenigsten Opfer waren ETA-Leute, einige waren linke Aktivisten oder Politiker. Die Mehrheit waren baskische ArbeiterInnen.
ETA verübte zahlreiche Anschläge auf Militär, Polizei sowie auf wirtschaftliche Kernbereich, aber auch auf nicht-militärische Ziele, wodurch sie Sympathie einbüßte. Regelmäßig gab es Friedensverhandlungen zwischen dem spanischen Staat und ETA bzw. deren politischer Vertretungen: Herri Batasuna. Die Partei versuchte auf der Straße, mit sozialen Bewegungen, mit dutzenden Bürgermeistern und Abgeordneten im europäischen, spanischen sowie im baskischen Parlament den Konflikt zu lösen und plädierte stets für ein Referendum der Bevölkerung im Baskenland. Diese zu tiefst demokratische Forderung lehnen spanische Regierungen - ob sozialdemokratisch oder christlich-konservativ - stets ab. Der militärische Konflikt zwischen ETA und dem spanischen Staat scheint festgefahren. Auch linke kritisieren teilweise öffentlich die Aktivitäten der ETA [spanisch]. Die Repression gegen die ETA und die baskische Unabhängigkeitsbewegung sind quasi zur Staatsdoktrin geworden.
Politik, Polizei und Justiz gehen inzwischen äußerst hart gegen alles vor, was sich entfernt für linke Bewegung im Baskenland, für eine Lösung des Konfliktes oder für kulturelle baskische Belange einsetzt. Manche bezeichnen dies als nicht demokratischen Ausnahmezustand:
- Parteien wurden verboten, darunter Herri Batasuna, Batasuna, eine Kommunistische Partei , ...Zum 50. Jahrestag der Gründung von ETA verübte die Organisation mutmaßlich zwei Anschläge in Burgos sowie auf Mallorca gegen Einrichtungen der Guardia Civil.
- linke Jugendorganisationen wie Jarrai oder SEGI wurden verboten und deren Aktive z.T. zu 10 Jahren Knast verurteilt! Interview mit SEGI | Mehr Infos zu SEGI
- Zeitungen und Radios wurden geschlossen, darunter EGIN und Egunkaria
- tausende linke Aktivisten wurden festgenommen - über 700 Männer und Frauen sitzen im Gefängnis
- Zahlreiche Verhaftete berichteten von Folter [Folter-Info 2]
- hochmilitarisiertes Baskenland: die Polizeidichte ist dort doppelt so hoch als in der BRD
- Wegen "Unterstützung des Terrorismus" werden sogar Angehörige und Freunde verurteilt, weil sie Bilder von ETA-Gefangenen aufhängen.
Es bleibt zu hoffen, dass die spanische Regierung auf Verhandlungen eingeht, damit der Konflikt gelöst wird. Durch das Verbot politischer Gruppierungen, ist den BaskInnen die Möglichkeit genommen, sich "legal" zu organisieren.
- Wir solidarisieren uns mit den sozialen Bewegungen im Baskenland und fordern ein Ende der Repression wie etwa gegen die Jugendorganisation SEGI.
- Die Menschen im Baskenland haben das Recht, selber darüber zu entscheiden, wie sie in Zukunft leben möchten.
- Die politischen Gefangenen müssen freigelassen werden!
Weitere Infos:
• Wie weiter im Baskenland - Strategie der baskischen Linken
• Widerstand gegen das Franco-Regime
Tags: Baskenland, ETA, Geschichte, Spanien
Antiberliner
-
NEU: Antiberliner zu Nationalismus
Scheinbar wichtiger als etwa das »Sparpaket« der Bundesregierung und ähnliche Umverteilungsaktionen von unten nach oben sind in der öffentlichen Debatte Ereignisse, mit denen sich alle identifizieren. Ob »Lena« oder die WM, das dahinter stehende Konzept ist die Nation. Sie…
Weiter Lesen
-
Drei Neue Kapuzis bei Red Stuff
Der Sommer neigt sich dem Ende und der Herbst klopft bereits an die Tür. Viele tauschen T-Shirts gegen Pulli und Jacke - oder gegen die neuen Kapuzenpullis vom Antifa Versand Red Stuff. Zuerst gab es die…
Weiter Lesen
Hintergrundinfos und Broschüren
-
Broschüre: Wir bleiben alle - 2009
Die Berliner Kampagne Wir bleiben alle hat pünktlich zu den Action Weeks eine neue, kostenlose Broschüre herausgebracht. Die Broschüre richtet sich gegen steigende Mieten, die Verdrängung von Menschen mit geringen Einkommen und…
Weiter Lesen
-
Broschüre "Total Extrem" als PDF
In einer neuen Broschüre "Total Extrem" [PDF] informiert die Antifaschistische Linke Berlin (ALB) über die so genannte Totalitarismus- und Extremismusideologie. Diese setzt Links und Rechts gleich, verharmlost so die Gefahr von Neonazismus und ist explizit gegen linke,…
Weiter Lesen
-
156 Tage im Frauenknast: Interview mit der ehemaligen Gefangenen Alex
Aufrappeln, kämpfen und Aerobic machen! Alexandra (21) saß 2009 fünf Monaten in Berlin in Untersuchungshaft, da sie verdächtigt wurde, ein Auto angezündet zu haben. Lest hier ein Interview mit ihr über ihre Erfahrungen im Frauenknast.Mehr Infos bei der…
Weiter Lesen
-
Antifa-Heft zum Festival FUSION
Zum diesjährigen Musik-Festival FUSION publizierte die Antifaschistische Linke Berlin [ALB] ein kleines Heft [PDF hier 3.9 MB].Themen sind unter anderem Neonazismus, Krieg in Afghanistan, Krise und Finanzmärkte, Rassismus & Nationalismus, prekäre Beschäftigung und Bildungsproteste.…
Weiter Lesen
-
Interview mit ALB: "Die Antifa ist keine Ein-Punkt-Bewegung mehr"
Gespräch mit Johannes Reyersbach, aktiv bei der Antifaschistischen Linken Berlin. Über die Aktionen von Neonazis in Berlin, mediale Hetzkampagnen gegen links, staatliche Repression, die Suche nach einer antifaschistischen Strategie und die Frage von Krieg und Frieden. Entnommen der tageszeitung…
Weiter Lesen
-
Neue Zeitung der IL - hier als PDF
Die Interventionistische Linke (IL), eine linke bundesweite Vernetzung in der auch die ALB organisiert ist, hat eine neue Ausgabe ihrer Zeitung [PDF] erstellt. Themen u.a. snd: Krisendemos am 12. Juni 2010, Recht auf…
Weiter Lesen
-
Kommt zur Jugendantifa in Berlin!
Du willst selbst aktiv werden gegen Nazis und soziale Ungerechtigkeit? Du hast keinen Bock dir ständig anzuhören, dass man doch eh nichts verändern kann? Dann mach mit bei der neuen Antifajugendgruppe. Komm vorbei, bring dich ein, zusammen heben wir…
Weiter Lesen
-
Feature zu Gentrification in Berlin
Der Norden Neuköllns verändert sich rasant. Die Mieten steigen, Kneipen und Cafés eröffnen. Zahlungskräftigeres Publikum zieht her. Damit einher geht auch eine beginnende Verdrängung der bisherigen Bevölkerung. Gentrification, so nennt sich das stadtpolitische Phänomen, das ähnlich und zum Teil…
Weiter Lesen
-
Bundeswehr raus aus Afganistan!
Deutschland führt Krieg in Afghanistan. Krieg um Rohstoffe, um neue Absatzmärkte zu erschließen und den Einfluss Deutschlands in der Welt zu sichern. Die BRD ist drittgrößter Waffenexporteur weltweit: Deutsche Konzerne wie ThyssenKrupp, EADS, MAN, HDW-Werft, Rheinmetall AG…
Weiter Lesen
-
MP3-Feature zur Situation in Kolumbien
Kolumbien gilt als wichtigster Verbündeter der USA in Lateinamerika. Die Politik des Präsidenten Uribes gilt als Gegenmodell zu der linksgerichteten Regierungen in den Nachbarländern Venezuela und Bolivien. Tatsächlich ist es Uribe gelungen, die Guerilla FARC zu schwächen und die…
Weiter Lesen
-
Debatte: Krise, Protest, Widerstand
Wir dokumentieren einen Beitrag des Historikers und Sozialforschers Karl Heinz Roth unter dem Titel Globale Krise – Globale Proletarisierung – Gegenperspektiven.Der Beitrag beschreibt wissenschaftlich, ausführlich und doch kompakt und verständlich die Hintergründe…
Weiter Lesen
Letzte Beiträge
- Reclaim Your City Ausstellung
- Dortmund: Überfall auf linke Kneipe
- Erneuter Mordversuch in Dresden
- Drei Neue Kapuzis bei Red Stuff
- Widerstandskämpferin verstorben
- Umsonstladen räumungsbedroht
- Kein Pro-NRW-Aufmarsch am 28.8.
- Schreibt Tonino in den Knast!
- Neonazi-Brandanschlag in Dresden
- News und Facts zu Dortmund 2010
- Warum stellt sich Dortmund quer?
- ¡Feliz cumpleaños Fidel!
- Antifa-Demo in Potsdam
- Tatort Kurdistan - Jam in Berlin
- Antifa-Demo am 28.8.10 in Berlin
- Veranstaltung: Faschismus = Krieg
- Zwei russische Antifas in U-Haft
- Video: Veranstaltung tödliche Polizeigewalt
- 1980: NATO-Anschlag in Bologna
- Demo: Solidarität mit Kurdistan



